Home  |  News  |  Kontakt  |  Links  |  Impressum  |  Sitemap

Schweizer Konstrukteure

Unter diesem Titel werden in lockerer Folge Schweizer Konstrukteure von vermessungstechnischen Geräten vorgestellt.

Oktober 2011: Max Billeter

Rechenwalzen

Max Billeter lebte zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Er gründete in Zürich ein Familienunternehmen, das sich u.a. mit der Fabrikation von Rechenwalzen befasste. Er war der erste Walzenhersteller in der Schweiz.

Wie aus dem Rechnerlexikon, „Die große Enzyklopädie des mechanischen Rechnens“ hervorgeht, hat Heinz Joss, Dällikon, Schweiz, am 1. Greifswalder Symposium zur Entwicklung der Rechentechnik im September 2000 einen Vortrag mit dem Titel „Rechenwalzen, die Rechenschieber mit den langen Skalen“ gehalten.

Herr Joss schreibt darin einleitend:
„Ich habe 1998 für das damalige Internationale Treffen der Rechenschiebersammler eine Aufstellung der Rechenschieber mit schweizerischen Marken gemacht. Die bedeutendsten unter ihnen, die Marken Daemen-Schmid, Loga, Billeter und National, alle vier Hersteller auch von Rechenwalzen, habe ich in einem anderen Beitrag mit ihrer Entwicklungsgeschichte näher beschrieben. Beide Beiträge wurden im betreffenden Tagungsbericht publiziert (vgl. Abschnitt «Literatur und Quellen»). Meine seither weitergeführte Sammler- und Forschertätigkeit hat in der Zwischenzeit auch auf dem Gebiet der Rechenwalzen zu erweiterten Erkenntnissen geführt. Deshalb, und weil - verglichen mit Rechenstäben - die Walzen noch wenig systematisch erfasst worden sind, habe ich den Vorschlag der Uni Greifswald begrüsst, an dieser Tagung das Thema Rechenwalzen zu behandeln. Diese mir gestellte Aufgabe hat nicht zuletzt dazu geführt, dass ich mich selber intensiver mit den Rechenwalzen meiner Sammlung auseinandergesetzt habe und damit auch wieder zu neuen Erkenntnissen gelangt bin.“
Aus diesem Papier stammen auch die Abbildungen der Rechenwalzen von Billeter. 

Bei einer Zylinderlänge von 30.8 cm beträgt
die verfügbare Skalenlänge bei der Billeter
Rechenwalze 2 m.

 

 

 

Der Vortrag befasst sich mit folgenden Themen:
• Teil 1: Einleitung, Terminologie, Wie es zur Rechenwalze kam
• Teil 2: Die Rechengenauigkeit, Die Skalenlänge, und wie sie am einfachsten gemessen wird, Anzahl der Skalenabschnitte sowie Zylinderlänge und -umfang, Überteilungen und Zylinderlänge
• Teil 3: Die Bauweise, Sonderskalen und Zusatzausrüstungen, Zusatzausstattungen, Walzen als Dreh-Tabellen oder Dreh-Schiebe-Tabellen
• Teil 4: Marken und Typen: Billeter, Daemen-Schmid bzw. später Loga, National, Nestler, No Name, Numa, Reciloga, Thatcher, Tröger
• Teil 5: Die Datierung von Rechenwalzen
• Teil 6: Schlusswort, Dank, Literatur und Quellen
• Teil 7: Abbildungen

Heinz Joss schreibt dazu:
„Um eine höhere Genauigkeit zu erreichen, musste der damals vorherrschende Rechenstab immer länger gemacht werden; Serienstäbe waren in der Regel 12,5 cm oder 25 cm lang, für höhere Genauigkeit gab es solche von 50 cm und sogar von 1 m. Für Rechenaufgaben mit noch höheren Ansprüchen an die Genauigkeit waren auch sie nicht ausreichend.
Rechenwalzen wurden in grossen Stückzahlen produziert. Sie sind aus der Idee entstanden, den Rechenrost in eine zylindrische Form zu bringen: Man hat die Skalenabschnitte als Mantellinien auf einem Zylinder angeordnet, und die Funktion der Zunge des Rechenstabs ist von einer Manschette übernommen worden, die verschieb- und verdrehbar über den Zylinder gestülpt ist.
Rechenwalzen gab es mit Skalenlängen von bis zu 24 m. Die damit erzielte Genauigkeit machte sie geeignet für den Einsatz im Bereich von Banken, Börsen und Finanzabteilungen von Grossfirmen. Sie wurden ab den 1930er-Jahren sukzessive von den mechanischen und später von den elektrischen Rechenmaschinen verdrängt, blieben aber teilweise bis zum Siegeszug des elektronischen Rechners im Einsatz.“ 

Weitere Zeichnungen zu diversen mechanischen Rechnern finden Sie im Archiv des Rechnerlexikons unter  "Patent der Woche" 2008.

 

Im Europäischen Patentamt befindet sich die Patentschrift Nr 80250 zur Rechenwalze, die Max Billeter zusammen mit August Bohnhorst am Schweizer Patentamt 1917 eingereicht hat.

 Zeichnung aus der Patentschrift CH80250


 

Weitere Hinweise:

 

Sollten Sie weitere Details kennen, wären wir für Hinweise oder Ergänzungen dankbar.
(Kontaktformular)